Ein bayerisches Rassehuhn

Das Augsburger Huhn ist ein mittelschweres Landhuhn. Hauptsächliches Merkmal ist der sogenannte Becherkamm (früher: Augsburger Kamm). Beim Augsburger Huhn steht der Kamm aufrecht und beginnt vorn am Schnabel einfach, teilt sich jedoch nach dem 1. oder 2. Zacken zu einem becherförmigen Kamm.  Dieser wird so gefordert, dass die beiden hinteren Teile wieder geschlossen wirken. Zum Becherkamm passend wirken die mittelgroßen dünnen Kehllappen und die ovalen weißen Ohrscheiben bieten den entsprechenden Kontrast.  Typisch sind auch die eng anliegenden Flügel und der geschwungene Eichelschwanz. Die ursprüngliche Farbe der Federn ist reinschwarz  mit einem Grünglanz. Neuere Zuchten zeigen auch blaugesäumtes Gefieder. Hähne wiegen 2,3 – 3 kg und Hennen 2 – 2,5 kg mit einer Legeleistung von 150-180 weißen Eiern und einem schwachen Bruttrieb. Die Hennen sind relativ frühreif und legen meist ab dem sechsten Lebensmonat. Das Augsburger Huhn gilt als robust, eigenwillig, freiheitsliebend und zudem als ein guter Futtersucher. Das Augsburger Huhn braucht dementsprechend genügend Auslauf und ist ein perfektes Huhn für die extensive Haltung. Um 1870 in Augsburg gezüchtet, erfreute es sich bald großer Beliebtheit in der ganzen Region Bayerisch-Schwabens, teilweise auch darüber hinaus. Ein guter Fleischgeschmack sowie eine doch sehr ordentliche Legeleistung, das ungewöhnliche Aussehen und seine Frohwüchsigkeit trugen dazu bei. Dennoch gab es immer wieder Schwierigkeiten, welche die Rasse in ihrer Existenz bedrohten, so dass sich schon in den vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts ein Sonderverein bildete, der sich dem Erhalt des Augsburger Huhns widmet. Heute ist die Anzahl der Tiere und Züchter mehr als überschaubar, der Bestand akut gefährdet